Design Thinking Workshop: Wie man mit Daten kundenzentrierte Ideen entwickelt.

Wir zeigen euch, wie ihr mit digitalen Design Thinking Workshops auf Basis von Daten neue, kundenzentrierte Ideen entwickelt.

Ein Design Thinking Workshop ermöglicht es dir und deinem Team, strukturiert und effizient neue Ideen zu entwickeln. Je nachdem wie viel Zeit du zur Verfügung hast und wie viel Aufwand du betreiben willst, kannst du dir dafür ein paar Stunden oder auch ein paar Tage Zeit nehmen. In diesem Artikel zeigen wir dir, mit welchen Methoden du einen Design Thinking Workshop ganz digital durchführen und Ideen entwickeln kannst. Das wichtigste dabei ist, dass ihr schnell zu konkreten Umsetzungsschritten kommt. Auch wenn dein Team also zu Hause im Home Office verstreut sitzt, könnt ihr mit dem hier vorgestellten Design-Sprint, den wir für euch beispielhaft als Video mitgeschnitten haben, ein kreatives Feuerwerk abfackeln. Los gehts!

design-thinking-workshop digital
Design Thinking Workshop - dank Zoom ganz digital (Illustration: Jana Mehrgardt)

Auf diesen Daten & Insights baut der Design Thinking Workshop auf

Beispielthema „Reise & Tourismus“

In drei Artikeln haben wir euch mit Daten rund um das Reisen in Corona-Zeiten versorgt.

Auch Visualisierungen, Inspirationen und Gedankenspiele haben wir mit reingepackt. So ist ein umfassendes Bild über den Zustand der Reisebranche entstanden: Der Tourismus ist eine Branche im (digitalen) Wandel.

Kundenbedürfnisse Reisen in Corona Zeiten
Artikel 1: Kundenbedürfnisse von Reisenden in Zeiten von Corona
Reisetrends
Artikel 2: Reisetrends, die durch Corona extra befeuert wurden
Digitalisierung im Tourismus
Artikel 3: Langfristige Digitalisierung im Tourismus

Mit diesen Daten und Insights und folgender Step-by-Step Anleitung könnt ihr jetzt selber Ideen entwickeln:

Alle Schritte des Design Thinking Workshops

Zeitaufwand: Insgesamt knapp 3 Stunden.

Tools: Zoom Call, Mural Board

Vorbereitung

Für die Vorbereitung ist es wichtig, unsere Arbeitsschritte von Anfang an zu strukturieren. Hierzu benutzen wir Mural, ein digitales Flipchart oder “Board”. Das kann man gut digital zusammen befüllen. Zum Start haben wir dort eine grobe Workshop-Agenda vorbereitet und ein paar “Frameworks” abgelegt. Also leere Vorlagen, die man später befüllt und die einem einen roten Faden bei der Ideenentwicklung liefern. Ihr könnt unsere Vorlage gerne als groben Richtwert für eure eigene Ideation-Sessions nutzen.

Start: Check-in-Runde für Design Thinking Workshop

Egal, ob online oder analog: Jede Ideenentwicklung sollte mit einer kleinen Check-in-Runde beginnen. Das ist eine Teambuilding-Maßnahme. Sie schafft Vertrauen und Vertrautheit. Besonders wenn die Teammitglieder nicht im gleichen physischen Raum sondern z.B. im Home Office, getrennt voneinander, an dem Design Thinking Workshop teilnehmen. Dann ist es besonders wichtig, eine persönliche Verbindung zu den anderen herzustellen. Wir starten immer mit einer Check-In-Frage. Sie ermöglicht einen entspannten, persönlichen Start in die Zusammenarbeit. Es ist jedem Teilnehmer überlassen, inwieweit er sich dem Team öffnen will (Pro-Tipp: Einfach trauen!).

Festlegung der Zielgruppe:
Für wen wollt ihr Ideen entwickeln?

Für unser Beispielthema „Tourismus“ gibt zwei große Nutzerinnengruppen: Pauschaltouristen und Individualreisende. Wir haben uns für die Individualreisenden entschieden. Warum? Das erfahrt ihr hier:

Zusammenfassung und Synthese der Daten als Ausgangsbasis für Design Thinking Workshops

Bevor wir Ideen entwickeln, machen wir uns an die Synthese der bisherigen Insights. Diese Sammlung geballter Erkenntnisse hatten wir euch in den ersten drei Artikeln vorgestellt. Jetzt tragen wir die wichtigsten Recherche-Ergebnisse noch einmal zusammen. Gleichzeitig legen wir fest, für welches Problem oder für welches unerfüllte Bedürfnis wir eine smarte Lösung entwickeln wollen.

Design-thinking-workshop Synthese der Insights
Design Thinking Workshop: du startest mit einer Synthese (Zusammenfassung) deines Wissens (Insights) über deine Zielgruppe

Formulierung der Wie-könnten-Wir-Fragen (WKW-Fragen)

Nachdem wir die wichtigsten Erkenntnisse und Potenzialfelder zusammengetragen haben, müssen wir jetzt entscheiden, welche Probleme wir lösen wollen. Hierfür nutzen wir als Hilfsmittel sogenannte Wie-können-wir-Fragen (WKW-Fragen). Damit definieren wir auf einen Schlag gleich drei entscheidende Start-Bausteine einer guten Ideenentwicklung.

Die WKW-Fragen-Bausteine

  • Wer ist unsere Zielgruppe, für die wir eine Lösung entwickeln wollen?
  • Welches unerfüllte Bedürfnis oder Problem hat die Zielgruppe?
  • Was steht der Bedürfniserfüllung im Wege oder welches Hindernis müssen wir überwinden?

Klingt so vielleicht noch etwas theoretisch. Also schaut euch mal an, wie wir das gemacht haben. Ihr werdet sehen: Wenn man diese drei Elemente in die WKW-Frage einbaut, kommt man zu präzisen Fragestellung. Da kann die spätere Ideenentwicklung quasi gar nicht mehr schief gehen…

Hier auch noch mal auf einen Blick unsere WKW-Fragen, wie z.B. 

“Wie können wir Individualreisenden eine intensive Reiseerfahrung mit Land und Leuten verschaffen, obwohl zwischenmenschlicher Kontakt gefährlich ist?”

Design-thinking-workshop Die WKW Fragen
Design Thinking Workshop: Formulierung der WKW-Fragen (Wie-Könnten-Wir-Fragen)

Brainstorming & Ideen entwickeln – das Herz des Design Thinking Workshops

Jetzt wird es spannend und es gilt eine Prämisse: Masse UND Klasse. Damit das gelingt und möglichst viele gute Ideen herauskommen, gibt es folgende Brainstorming-Regeln:

Brainstorming-Regeln

  1. Keine Kritik. Lasst die Gedanken sprudeln und schränkt euch erst mal nicht ein. Einfach alles rauslassen.
  2. Ideen können aufeinander aufbauen. Greift also ruhig die Gedanken eurer Mitstreiter auf und entwickelt sie weiter.
  3. Zuhören und mitschreiben. Denn nur wer zuhört, kann Ideen weiterentwickeln, Fragen stellen oder Anregungen geben. Und mitschreiben sollte man, damit keine Gedanken verloren gehen.

Wir nutzen unsere WKW-Fragen und nehmen uns für die Beantwortung der Fragen jeweils 8 Minuten Zeit. Los ging es wieder mit der WKW-Frage “Wie können wir Individualreisenden eine intensive Reiseerfahrung mit Land und Leuten verschaffen, obwohl zwischenmenschlicher Kontakt gefährlich ist?”:

Antworten auf erste WKW-Fragen:

Design Thinking Workshops Brainstorming mit WKW-Fragen
In Design Thinking Workshops helfen beim Ideenentwickeln (Brainstorming) die WKW-Fragen, da sie automatisch zu ganz konkreten Lösungsansätzen führen.

Und dann haben wir uns gleich noch eine zweite Frage geschnappt. “Wie können wir Reiseanbietern helfen, lokale Reiseformate auch nach Corona noch begehrlicher zu gestalten?” Hier, in dem folgenden Video seht ihr, wie unser Output für diese WKW-Frage ausschaut:

Brainstorming WKW-Frage 2
Ideen für die zweite WKW-Frage - das Prinzip ist klar, oder?

Am Ende haben wir pro WKW-Frage per Abstimmung eine Idee ausgewählt.

Übersetzung der Ideen in einen Prototyp mit dem “Idea-Napkin”

Nun ist es wichtig, die ersten Ideen möglichst “greifbar” zu machen. Um dabei alle wichtigen Elemente zu bedenken, nutzt man am besten Vorlagen wie das “Idea Napkin”:

Design Thinking Workshops Vorlage Idea Napkin
Das Idea Napkin ist eine hilfreiche Vorlage für alle Design Thinking Workshops: Von der Idee zum Prototyp. Alle wichtigen Elemente einer Idee werden so abgefragt.

Sobald alle Aspekte eingetragen sind, kannst du anfangen zu basteln, zeichnen oder z.B. mit Lego zu bauen. Bei der digitalen Zusammenarbeit arbeitet jeder für sich allein. Anschließend präsentiert man im Zoom-Call seine Skizzen, Scribbles oder Handyfotos. Während die anderen aus der Runde dazu Feedback geben kann man die Ideen noch verbesseren. Ziel ist es, die Ideen möglichst konkret und für alle verständlich zu machen. So sehen unsere befüllten Idea-Napkins aus:

Design Thinking Beispiele für befüllte Idea Napkins
Kreativität trifft Umsetzung: Beispiele für befüllte Idea Napkins

Hier ein Mitschnitt unserer Konzeptvorstellungsrunde der 1. Idee (AR-Guide):

Welche der Ideen ist denn nun wirklich erfolgs-versprechend? Das findet man heraus, indem man sie in der echten Welt testet. Also überlegen wir, wie wir ein Testing angehen würden:

Testen, testen, testen…! Testplanung

Beim Testen operieren wir immer unter einer Maxime. Wir wollen so schnell wie möglich, mit so wenig Aufwand und Geld wie möglich ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob es sich lohnt mit der Idee weiterzuarbeiten. Auch für die Planung der Tests haben wir eine Vorlage:

Design Thinking Testplan Vorlage
Planung des Testaufbaus: Wer die Vorlage ausfüllt weiß, wie er schnell Feedback auf die entwickelten Ideen bekommt

Der Phantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. So gehen wir die Testplanung an, z.B. bei der Idee “Green Travelling Angebote”:

design-thinking-workshop testplan ausgefüllt
Beispiel für unseren (teilweise) ausgefüllten Testplan

Beim eigentlichen Ideen-Testen zeigt sich dann schnell, wie gut man als Team gearbeitet hat. Auch kann es sein, dass man an der ein der anderen Stelle noch Anpassungen vornehmen sollte. Daher beinhaltet der weitere Verlauf von Tests bis hin zu finalen Umsetzung natürlich noch ein paar Schleifen. Eine solche Ideenentwicklung ist immer ein ordentliches Pensum an Arbeit. Aber wir denken, der wichtigste Schritt ist klar geworden: Einfach loslegen und machen. 

Hier unser Mural-Board-Ergebnis von drei Stunden intensiver Arbeit: Unser befülltes MURAL BOARD.

Ergebnis Design Thinking Workshop
Das Ergebnis des Design Thinking Workshops: ein befülltes Mural Board

Schluss: Check-out-Runde

Wir enden mit einer Check-out-Runde… Und freuen uns aufs nächste Mal!

Fazit

Jetzt könnt ihr selbst in die Ideenentwicklung starten. Das Handwerkszeug habt ihr.

Kundenbedürfnisse, Trends, Zukunftsszenarien und Design Thinking Workshop Methodik

  • Ihr wisst, wie ihr Künstliche Intelligenz und Digitale Marktforschung nutzt, um mit Daten wirkliche Kundenbedürfnisse von Reisenden in Zeiten von Corona zu identifizieren. (Hier zu Artikel 1)
  • Dann kennt ihr die relevanten Reise-Trends(Hier zu Artikel 2)
  • Basierend auf den Bedürfnissen und Trends habt ihr einen Blick in Zukunftsszenarien für die Reisebranche geworfen. (Hier zu Artikel 3)
  • Das geballte Wissen habt ihr dann in diesem digitalen Design Thinking Workshop zusammengeworfen. So habt ihr Ideen bis zum Test-Szenario entwickelt. 

Viel Spaß!

Wir hoffen, damit ihr seid jetzt gut gerüstet und vor allem inspiriert, selber kreativ zu werden! So könnt ihr den Prozess auch für eure Themen oder Branchen anwenden. Wenn ihr Fragen, Anregungen, Wünsche oder Lust auf ein gemeinsames Projekt habt, dann schreibt uns einfach. Wir freuen uns. Viel Spaß und ran an die Arbeit!

Wer ist eigentlich dieses »wir«, das diesen Artikel verfasst hat? Wir sind Blood, Dadora und Dark Horse. Drei Agenturen, die kreative Innovationsentwicklung betreiben und leben. Für einige große Projekte bündeln wir unsere Expertisen: Dadora sammelt Daten und bereitet sie auf. Dark Horse entwickelt Konzepte für neue Produkte und Services. Blood setzt diese Konzepte um und bringt sie mit smarten Strategien in den Markt. Die Grenzen sind natürlich fließend. Alles geht Hand in Hand, von Anfang bis Ende. Wie bei einem dreiköpfigen Zerberus, aber in lieb.

Möchtest Du mit uns über Dein Thema sprechen und herausfinden, ob wir Daten, Hirnschmalz und Ideen haben, um Deine Probleme zu lösen, dann melde Dich gerne bei uns!